Hörverlust

Unter Hörverlust (Hypakusis) versteht man den teilweisen oder vollständigen Verlust des Hörvermögens. Die Ausprägung des Hörverlusts kann dabei von leichter Schwerhörigkeit bis hin zur Gehörlosigkeit reichen und verschiedene Ursachen haben. Untersuchungen aus dem Jahr 2017 haben ergeben, dass in Deutschland mehr als 15% der erwachsenen Bevölkerung nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation schwerhörig sind. Naturgemäß erhöht sich der Anteil Schwerhöriger mit steigendem Alter.

Arten der Schwerhörigkeit

Die Ursache der Schwerhörigkeit kann im gesamten Bereich des Hörorgans zu finden sein. Zum Hörorgan zählt das Außenohr inklusive Gehörgang und der Hörmuschel, das Mittelohr, die Hörschnecke sowie der Hörnerv und die Hörbahn bis hin zur Hörrinde im Gehirn. Je nachdem welcher Bereich des Hörorgans betroffen ist, spricht man von:

Schallleitungsschwerhörigkeit

Als Schallleitungsschwerhörigkeit bezeichnet Schwerhörigkeit, die durch eine Beeinträchtigung der Schallübertagung im äußeren Ohrbereich oder im Mittelohr entsteht.
Mögliche Ursachen sind:

  • Fehlbildungen des Gehörgangs oder der Ohrmuschel
  • Entzündungen des Gehörgangs
  • Verstopfungen des Gehörgangs durch Ohrenschmalz oder Fremdkörper
  • Tubenverschluss oder Tubenkatarrh
  • Narbenzüge im Mittelohr
  • Verwerfungen der Gehörknöchelkette durch Verletzungen
  • Entzündungen, Lochbildung oder Einreißen des Trommelfells
  • Otosklerose
  • Mittelohrentzündung oder Cholesteatom

Schallempfindungsschwerhörigkeit (auch sensorineurale Schwerhörigkeit)

Mehr als 90 % der Menschen mit Hörverlust leiden an Schallempfindungsschwerhörigkeit, sie ist damit die mit Abstand häufigste Form der Schwerhörigkeit. Ursache sind Defekte im Innenohr, am Hörnerv oder auf der Hörbahn im Gehirn.
Mögliche Ursachen sind:

  • Angeborene oder frühkindlich erworbene Schwerhörigkeit
  • Alterungsprozesse
  • Komplikationen bei Mittelohrentzündungen
  • Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkolose, Typhus, Zoster, Mumps, Meningitis, Masern)
  • Schädigung durch schädliche Substanzen (Medikamente oder Chemikalien)
  • Akutes oder chronisches Schalltrauma
  • Tumore
  • Hörsturz (akute, meist vorübergehende Schwerhörigkeit)
  • Menièresche Krankheit

Kombinierte Schwerhörigkeit

Wenn sowohl eine Schallleitungsschwerhörigkeit als auch eine Schallempfindungsschwerhörigkeit vorliegt, spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit. Ursache kann eine chronische Mittelohrentzündung oder eine Ostosklerose bei Mitbeteiligung des Innenohres sein. Es können aber auch unterschiedliche Ursachen für Schalleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit vorliegen.

Therapie

Bei einigen Formen der Schallleitungsschwerhörigkeit lassen sich die physischen Ursachen gut behandeln. Die Schallempfindungsschwerhörigkeit lässt sich aber meist weder medikamentös noch operativ behandeln. Bei entzündungsbedingten Innenohrschäden kann aber zumindest eine weitere Verschlechterung des Gehörs durch die Behandlung mit Antibiotikum verhindern.
Bei den meisten Formen der Schwerhörigkeit kann der Hörverlust durch die Anpassung eines Hörgerätes mit gutem Erfolg ausgeglichen werden.

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