Tinnitus

Tinniere, lat. Klingeln ...

Manchmal kommt es vor, dass man in ruhiger Umgebung seine eigenen Körpergeräusche, wie z.B. den eigenen Atem oder sogar das Blut in den Adern hört. Auch andere Geräusche, die nicht von einer äußeren Schallquelle stammen, wie z.B. ein Summen oder Rauschen nimmt man ab und zu war. Derartige Hörgeräusche werden als Grundtinnitus bezeichnet und sind durchaus normal.

Bei einer Schädigung des Hörsystems oder einer anderen körperlichen oder seelischen Erkrankung, können diese Ohrgeräusche unter Umständen nicht unterdrückt oder herausgefiltert werden. Sie können dabei so stark in den Vordergrund treten, dass der Betroffene sie durchgehend wahrnimmt

Man muß hierbei zwischen objektiven und subjektiven Ursachen unterscheiden.

  • Objektive Ursachen können als Symptome beinahe jeder Erkrankung der Ohren (z.B. Infektionen oder Tumore) aber auch in Verbindung mit einer Reihe anderer Krankheiten auftreten (z.B. Bluthochdruck oder Schilddrüsenunterfunktion).
  • Die subjektive Ursache, also der Auslöser des "echten" Tinnitus, ist hingegen immer noch so gut wie ungeklärt.

Inzwischen werden aber die Hörsinneszellen als Hauptstörquelle verantwortlich gemacht. Demnach wurden zunächst die Haarzellen in der Schnecke im Innenohr durch eine Stoffwechselstörung geschädigt. Diese Zellen geben vermutlich über den Hörnerv Fehlimpulse an das Gehirn weiter. Dort werden sie als Geräusche entschlüsselt, die in keinem Zusammenhang stehen, weil sie nicht auf tatsächlich Gehörtem beruhen.

In der Bundesrepublik leiden zur Zeit ca. 8 Millionen Menschen unter Tinnitus.

Die vier Schweregrade des Tinnitus

Schweregrad 1

Etwa 40 Prozent der Betroffenen können ihre Ohrgeräusche sehr gut tolerieren. Möglicherweise haben sie es auch geschafft ihre Tinnitus-Belastung auf dieses erträgliche Maß zu reduzieren.

Schweregrad 2

30 Prozent der Betroffenen haben einen erträglichen Tinnitus. Es gelingt ihnen sich den Ohrgeräuschen gegenüber häufig gleichgültig zu verhalten.

Schweregrad 3

Etwa 20 Prozent der Tinnitus-Betroffenen schaffen es sich nicht ständig auf ihren Tinnitus zu konzentrieren. Damit erreichen sie, dass die Geräusche manchmal gar nicht oder kaum störend präsent sind.

Schweregrad 4

Die Gefühle der restlichen 10 Prozent werden sehr stark vom Tinnitus bestimmt. Mit der richtigen Therapie ist es aber auch den meisten von ihnen möglich, eine Besserung herbeizuführen.

Therapien gegen den Tinnitus

Als erfolgversprechend haben sich drei Therapien herausgestellt.

1. Retraining

Bei dieser vielversprechenden Behandlung des chronischen Tinnitus werden drei Verfahren miteinander kombiniert:

  • Beratung durch einen Arzt
  • Anpassung eines Tinnitus-Noisers
  • Begleitende psychologisch-psychotherapeutische Maßnahmen

Die Aufgabe des Noisers ist es, das Gehirn auf einen anderen Höreindruck zu trainieren. Das Gehirn kann dadurch erlernen den Tinnitus herauszufiltern und ihn nicht mehr wahrzunehmen. Der Noiser muss ein halbes Jahr lang, mindestens sechs Stunden täglich getragen werden.

2. Druckkammer

In der Druckkammer wird dem Patienten eine Maske aufgesetzt, durch die er hunderprozentigen Sauerstoff einatmet, während der Luftdruck in der Kammer langsam erhöht wird. Auf diese Weise nimmt der physikalisch gelöste Sauerstoffanteil im Ohr zu. Neben dem Tinnitus können aud diese Weise auch Hörsturz und Knalltrauma behandelt werden.

3. Infusionen

In der Anfangsphase haben sich Infusionen mit Hydroxyethylstärke, Dextranen und durchblutungsfördernde Mittel bewährt. Sie verbessen die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung im Innenohr. Dies gibt den geschädigten Haarzellen die Gelegenheit sich zu erholen.

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